Die Entstehung eines Fronleichnamsteppichs. Fronleichnam 2021

Fronleichnamsteppich Heilig-Kreuz Münster 2021

Zum 12. mal von der Idee bis zur Ausführung.

Unter der Ägide unter Eva Ahlf und Angelika Schwarz, beide mittlerweile Münstermesnerinnen entsteht 2021 wieder ein Fronleichnamsteppich. Von der Idee bis zum Erstrahlen sind ca. 150 bis 200 Arbeitsstunden notwendig.

Die Idee ist immer das schwierigste. Dieses Jahr war ein Text von Papst Joh. Paul dem 2. hilfreich, gefunden im Laacher Messbuch, der an vielen Altären der Welt feiern konnte. Näheres dazu im Anruf 6/2021. Also Thema Altar, und zwar der vom Münster und Rest vom Bild? Hier wurde ein Motiv auf dem Osterleuchter gefunden. Frau Ahlf ist in der Regel für den Text zuständig. Die Grundidee wird mit Herrn Pfarrer Kloker abgestimmt.

Jetzt komm ich so ein bisschen in Spiel. Es geht um die grafische Umsetzung, die Anordnung und die Größenverhältnisse. Man darf dabei nicht vergessen der Teppich wird in der Regel ca. 3 x 2,40 Meter groß Da muss dann auch schon mal das heimische Wohnzimmer herhalten für ein Probelegen des mittlerweile vergrößerten Motivs. Dabei entsteht, dann auch schon mal die weitere Ausgestaltung und die Farbenidee. Die Teilmotive werden dann noch retuschiert und angepasst. Die genauere Farbgebung wird dann diskutiert und Sägemehl eingefärbt. Dazu ist schönes Wetter erforderlich, damit unter der Veranda und im Carport die gefärbten Späne gut trocknen.

Als nächstes ist dann in der Woche von Fronleichnam der Aufbau dran. Der beginnt mit der Grundplatte auf den Altarstufen. Die Zeichnungen und die Schrift werden als Legegrundlage festgeklebt. Dienstag und Mittwoch kommen dann die Blumenspenden. Diese sind zum Großteil von der Gärtnerei Damm in Lorch, aber auch von anderen Gärtnereien und Bürgern. An diesen Tagen sind da ein gutes Dutzend Blumenzupfer und -zupferinnen abwechselnd beteiligt die Blumen zu zupfen und farblich vorzusortieren. Diese kommen aus den meisten Pfarreien der SE. Ganz besonders engagiert sind hier in den letzten Jahren die Italiener. Am Mittwoch vor Fronleichnam beginnt dann gleich nach dem Morgengottesdienst die Arbeit des Legeteams. Dies ist ein seit Jahren eingespieltes Team von Frauen und mir. Letztes Jahr und dieses Jahr war es durch Corona Vorschriften vorgegeben auf Abstand zu arbeiten und abwechselnd.

Grundlage der Legearbeit ist seit Jahren eingefärbtes Sägemehl und Sand. Auf das Sägemehl werden dann am Schluss die Blüten aufgelegt. Teilweise in mühevoller Arbeit, da Blüten teilweise für Schrift und auch Ornamentik genommen werden. Auch die feine Arbeit mit Sand für Konturen erfordert eine ruhige Hand. Blumenköpfe, große Blütenblätter werden dann am Schluss großzügig gelegt, um die Farbenvielfalt zu steigern und den Fronleichnamsteppich Glanz zu verleihen.

Mittelpunkt jedes Fronleichnamsteppich war und ist eine Form der Darstellung der Eucharistie, insbesondere der Hostie, welche ja Mittelpunkt es Fronleichnamsfestes ist.

Mittwoch abends, irgendwann wenn die Kirchentüren längst geschlossen sind, ist das Werk dank der vielen fleißigen Hände dann fertig. Kleinigkeiten werden noch retuschiert und es wird aufgeräumt. Dann ist Feierabend und es werden zur Erinnerung die 1. Fotos gemacht.

Zur Freude der Kirchenbesucher bleibt unser Fronleichnamsteppich immer bis zum darauffolgenden Montagabend. Dann wird er abgeräumt. In einer Stunde ist alles verschwunden.

Bis zum nächsten Jahr.

Jürgen Schwarz

P.S. Nicht vergessen werden darf der 2. Teppich, der Außenteppich, der unter dem Team von Sabine Haug und Walburga Hiegler-Beil entsteht und an den Blütenspenden, welche wir bekommen partizipiert. Zusätzlich kommen jedes Jahr Blumenspenden aus dem Blumengeschäft Team-Hessenauer und von Gemeindemitgliedern. Diese Pracht ist allerdings nur von kurzer Dauer. Der Blumenteppich wird frühmorgens an Fronleichnam gelegt und abends abgebaut. Dieses Jahr war er zur ökumenischen Andacht mit Pfarrer Kloker und Dekanin Richter vor der Johanniskirche zu sehen. All die Jahre davor im Innenhof des Spitals.